Ein Regenwassertank ist eine langfristige Investition. Damit er zuverlässig funktioniert, kommt es nicht nur auf die Qualität des Tanks an, sondern auch auf eine sorgfältige Planung und einen fachgerechten Einbau. Schon kleine Fehler können später zu unnötigen Kosten, Schäden oder aufwendigen Nachbesserungen führen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die elf häufigsten Fehler beim Einbau eines Regenwassertanks und erklären, wie Sie diese von Anfang an vermeiden.

1. Der Regenwassertank ist falsch dimensioniert
Ein häufiger Fehler besteht darin, das Tankvolumen zu klein oder zu gross zu wählen. Ein zu kleiner Regenwassertank kann in trockenen Perioden schnell leer sein, während ein überdimensionierter Tank unnötige Kosten verursacht.
Für die richtige Dimensionierung sollten Sie unter anderem folgende Faktoren berücksichtigen:
- Geplante Nutzung des Regenwassers (Gartenbewässerung, WC-Spülung, etc.)
- Grösse der angeschlossenen Dachfläche
- Durchschnittliche Niederschlagsmenge in Ihrer Region
- Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt
Wenn Sie das Regenwasser ausschliesslich für die Gartenbewässerung nutzen, benötigen Sie ein geringeres Tankvolumen als bei einer zusätzlichen Nutzung für WC-Spülung oder Waschmaschine. Da bei der Wahl mehrere Faktoren zusammenspielen, ist die richtige Dimensionierung nicht immer einfach. Wenn Sie unsicher sind, nutzen Sie unseren Regenwasserkonfigurator oder lassen Sie sich von unseren Experten beraten. Wir helfen Ihnen dabei, die passende Tankgrösse für Ihre individuelle Situation zu finden.
2. Die falsche Tankform wird gewählt
Nicht jeder Regenwassertank eignet sich für jede Einbausituation. Dennoch wird die Wahl zwischen Rundtank und Flachtank häufig unterschätzt.
Rundtanks sind besonders stabil und eignen sich für viele Standardanwendungen. Flachtanks benötigen dagegen weniger Einbautiefe und können Vorteile bieten, wenn die Aushubtiefe begrenzt ist oder schwierige Bodenverhältnisse vorliegen.
Berücksichtigen Sie bei der Wahl der Tankform unter anderem:
- Verfügbare Fläche auf Ihrem Grundstück
- Erforderliche Einbautiefe
- Bodenverhältnisse
- Evtl. vorkommendes Grundwasser
- Belastung des Tanks (bei Einbau unter einer Wiese oder Verkehrsfläche)
- Aufwand und Kosten für den Aushub
- Zugänglichkeit der Baustelle
Die richtige Tankform kann den Einbau deutlich vereinfachen und unnötige Mehrkosten vermeiden.
3. Der Standort wird nicht sorgfältig geplant
Auch der Standort des Regenwassertanks sollte gut durchdacht sein. Zu lange Leitungswege oder eine schlecht zugängliche Baugrube können den Einbau erschweren und zusätzliche Kosten verursachen.
Achten Sie deshalb auf folgende Faktoren:
- ausreichend Platz für den Aushub und die Böschung der Baugrube
- möglichst kurze Leitungswege
- vorhandene Bäume und Wurzeln
- Frosttiefe und Geländeverhältnisse
- Zugänglichkeit für Bagger und Lieferfahrzeuge
Eine frühzeitige Planung erleichtert den Einbau und spart später Zeit und Geld.
4. Der Untergrund wird unzureichend vorbereitet
Ein stabiler Untergrund bildet die Grundlage für einen dauerhaft sicheren Einbau. Wird der Tank auf einer unebenen oder unzureichend verdichteten Fläche installiert, können Spannungen und Senkungen entstehen, die langfristig zu Schäden führen. Sorgen Sie deshalb für eine tragfähige und ebene Auflagefläche. Die Vorgaben des Herstellers, welche Sie in der Einbauanleitung finden, sollten immer eingehalten werden.
5. Das falsche Verfüllmaterial wird verwendet
Beim Einbau eines Regenwassertanks spielt nicht nur der Tank selbst eine wichtige Rolle. Ebenso entscheidend ist das Material, mit dem die Baugrube wieder verfüllt wird. Nicht jedes Aushubmaterial eignet sich dafür. Steine, Bauschutt oder grosse Erdklumpen können punktuelle Belastungen verursachen und den Tank beschädigen. Darüber hinaus kann ungeeignetes Verfüllmaterial, wie z. B. Sand bei Ausschwemmungen zu Hohlräumen im Erdreich führen. Diese können sich mit der Zeit setzen, wodurch Unebenheiten an der Oberfläche entstehen oder im schlimmsten Fall einzelne Bereiche absacken. Solche Setzungen können nicht nur den Tank belasten, sondern auch Leitungen, Wege, Terrassen oder Rasenflächen beeinträchtigen.
Welche Körnung und welches Material geeignet sind, hängt vom jeweiligen Tankmodell und den Herstellervorgaben ab. Für unsere Tanks eignet sich Rundkies mit der Körnung 8/16 mm gut, da sich dieses Material gut verdichten lässt, die Lasten gleichmässig verteilt und gleichmässige Sickereigenschaften hat.
Verwenden Sie immer ausschliesslich das vom Hersteller empfohlene Verfüllmaterial und beachten Sie die Angaben in der Einbauanleitung. So stellen Sie sicher, dass die Kräfte gleichmässig verteilt werden und der Tank langfristig stabil bleibt.
6. Die erforderliche Erdüberdeckung wird nicht eingehalten
Die Erdüberdeckung beeinflusst sowohl den Frostschutz als auch die Belastbarkeit des Tanks. Wird der Tank zu hoch eingebaut und die erforderliche Erdüberdeckung unterschritten, kann dies Probleme verursachen. Zum einen besteht die Gefahr, dass Leitungen oder einzelne Komponenten bei Frost beschädigt werden. Zum anderen kann die fehlende Erdschicht dazu führen, dass Belastungen von oben nicht ausreichend verteilt werden. Dadurch können Spannungen und Kräfte im Tank entstehen, die langfristig zu Verformungen oder Schäden führen.
Je nach Tankmodell gelten unterschiedliche Mindest- und Maximalwerte für die Erdüberdeckung. Diese sollten unbedingt eingehalten werden.
Falls sich der Tank später unter einer befahrbaren Fläche befindet, sind spezielle Anforderungen hinsichtlich der Erdüberdeckung zu berücksichtigen. Informieren Sie sich deshalb frühzeitig über die zulässigen Belastungen und die Vorgaben des Herstellers.
7. Der Grundwasserstand wird nicht berücksichtigt
In Regionen mit hohem Grundwasserstand sind besondere Massnahmen erforderlich. Wird dies bei der Planung nicht berücksichtigt, kann im Extremfall Auftrieb entstehen, wodurch sich der Tank anhebt oder beschädigt wird. Lassen Sie die örtlichen Gegebenheiten deshalb bereits vor dem Einbau prüfen. Je nach Situation sind spezielle Tankmodelle oder zusätzliche Sicherungsmassnahmen erforderlich.
Wichtiger Hinweis: Rundtank und Flachtank sind nicht gleichermassen grundwasserstabil.
8. Filter und Zubehör werden zu spät eingeplant / eingebaut
Filter sind ein wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Regenwassernutzungsanlage. Trotzdem werden sie in der Praxis häufig erst berücksichtigt, wenn der Tank bereits eingebaut ist. Das Problem dabei: Nach dem Einbau des Tanks ist der Zugang deutlich eingeschränkt. Viele Arbeiten lassen sich dann nur noch mit erheblichem Aufwand durchführen oder sind nur schwer zugänglich. Dadurch können zusätzliche Kosten entstehen und der Einbau des Filters wird unnötig kompliziert.
Planen Sie deshalb Filter, beruhigte Zuläufe, Überlaufsiphons und weiteres Zubehör bereits von Anfang an mit ein. So vermeiden Sie aufwendige Nachrüstungen und stellen sicher, dass alle Komponenten optimal integriert werden.
9. Zulauf und Überlauf werden falsch ausgeführt
Damit überschüssiges Wasser sicher abgeführt werden kann, müssen Zulauf und Überlauf korrekt ausgeführt werden. Fehlerhafte Anschlüsse können zu Rückstau oder Überlaufen führen. Achten Sie deshalb auf ausreichend dimensionierte Leitungen und eine fachgerechte Ausführung. Auch ein Überlaufsiphon trägt dazu bei, Verunreinigungen und Geruchsbildung zu reduzieren.
10. Wartung und spätere Nutzung werden nicht mitgedacht
Ein Regenwassertank sollte nicht nur heute, sondern auch in Zukunft Ihren Anforderungen entsprechen.
Überlegen Sie sich deshalb bereits vor dem Einbau:
- Soll das Regenwasser nur für den Garten genutzt werden?
- Ist später zusätzlich eine Nutzung für WC-Spülung oder Waschmaschine geplant?
- Sind alle wichtigen Komponenten für Wartungsarbeiten gut zugänglich?
Wenn Sie die spätere Nutzung bereits in der Planungsphase berücksichtigen, vermeiden Sie aufwendige Umbauten und schaffen die Grundlage für eine langfristig effiziente Regenwassernutzung.
Denken Sie dabei auch an den Zugang zum Tank: Lässt sich der Deckel einfach entfernen, um den Filter und weitere Komponenten zu kontrollieren und zu warten? Ein schwerer Beton- oder Gussdeckel kann meist nur mit viel Kraft und passendem Werkzeug angehoben werden. Ein leichter, zugleich aber ausreichend belastbarer Kunststoffdeckel kann hier je nach Einbausituation eine praktische Alternative sein. Entscheidend ist, dass die gewählte Abdeckung für die vorgesehene Belastung zugelassen ist.
11. Die Schnittstellen zwischen den am Einbau beteiligten Fachpersonen sind nicht geklärt
Beim Einbau einer Regenwassernutzungsanlage sind i. d. R. mehrere Beteiligte im Einsatz. Dazu können Bauherrschaft, Architekten oder Planer, Baumeister, Gartenbauer, Sanitärinstallateure und Elektriker gehören. Sind ihre Aufgaben nicht klar abgegrenzt, bleiben Arbeiten liegen, werden doppelt ausgeführt oder wichtige Anschlüsse passen am Ende nicht zusammen. Klären Sie deshalb bereits vor Baubeginn die Aufgaben und Schnittstellen zwischen allen Beteiligten: Das kann folgendermassen aussehen:
- Planung und Abstimmung mit den Behörden: Bauherrschaft, Architekt, Planer, Bauunternehmer, Baumeister oder Gartenbauer
- Versetzen und Hinterfüllen des Tanks: Baumeister oder Gartenbauer
- Anschluss der Grundleitungen und Leerrohre: Baumeister oder Gartenbauer
- Montage der Abdeckung beziehungsweise des Deckels: Baumeister oder Gartenbauer
- Einbau des Filters: Baumeister, Gartenbauer oder Sanitärinstallateur
- Einbau der Pumpe: Sanitärinstallateur oder Gartenbauer
- Elektroanschluss: Elektriker
- Installation von Schwimmer oder Sensor: Elektriker oder Sanitärinstallateur
Je nach Projekt und Betrieb können die einzelnen Zuständigkeiten anders verteilt sein. Entscheidend ist deshalb nicht, welches Gewerk eine Aufgabe grundsätzlich übernehmen könnte, sondern dass die konkrete Verantwortung eindeutig festgelegt und allen Beteiligten bekannt ist. Halten Sie die Schnittstellen am besten schriftlich fest. So ist beispielsweise klar, wer den Tank versetzt und hinterfüllt, wer den Filter montiert und wer die Pumpentechnik anschliesst und in Betrieb nimmt.
Fazit: Die häufigsten Einbaufehler lassen sich mit guter Planung vermeiden
Die meisten Probleme mit Regenwassertanks entstehen nicht durch den Tank selbst, sondern durch Fehler bei der Planung, Abstimmung oder beim Einbau. Wenn Sie die oben genannten Punkte bereits im Vorfeld berücksichtigen und die Zuständigkeiten zwischen allen am Einbau beteiligten Gruppen klar definieren, schaffen Sie die Grundlage für eine zuverlässige und langlebige Regenwassernutzungsanlage. Eine sorgfältige Planung zahlt sich aus – und hilft Ihnen dabei, Ihr Regenwasser über viele Jahre effizient zu nutzen.
Wenn Sie noch auf der Suche nach dem passenden Regenwassertank sind, finden Sie in unserem Sortiment verschiedene Lösungen für unterschiedliche Einbausituationen und Anwendungsbereiche. Und falls Sie Fragen zur Dimensionierung, zur Wahl der richtigen Tankform oder zum Einbau haben, beraten wir Sie gerne persönlich. Gemeinsam finden wir die passende Lösung für Ihr individuelles Projekt.

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