Lange Trockenperioden und hohe Temperaturen stellen viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer vor die gleiche Herausforderung: Die Pflanzen benötigen mehr Wasser, während aus der Regentonne kaum etwas nachfliesst. Selbst ein gut gefüllter Regenspeicher kann dann schneller leer sein als erwartet. Umso wichtiger ist es, das vorhandene Regenwasser gezielt einzusetzen und unnötige Wasserverluste zu vermeiden.

Warum ist die Regentonne bei Hitze so schnell leer?
Während längerer Trockenperioden steigt der Wasserbedarf der Pflanzen, gleichzeitig bleibt neuer Niederschlag oft aus. Besonders wenn grosse Flächen bewässert werden oder ein Rasensprenger längere Zeit läuft, sinkt der Wasservorrat schnell. Wie lange Ihr Regenwasser reicht, hängt ausserdem von der Speichergrösse, der Bodenbeschaffenheit, der Bepflanzung und der gewählten Bewässerungsmethode ab.
6 Tipps, damit Ihr Regenwasservorrat länger reicht
1. Giessen Sie Ihren Garten möglichst früh am Morgen
Der ideale Zeitpunkt zum Giessen ist der frühe Morgen. Dann sind Boden und Luft noch vergleichsweise kühl, sodass weniger Wasser verdunstet und die Feuchtigkeit tief in den Boden eindringen kann. So steht den Pflanzen das Wasser während der warmen Tagesstunden optimal zur Verfügung.
Ist eine Bewässerung am Morgen nicht möglich, eignet sich auch der Abend. Giessen Sie dabei möglichst direkt im Wurzelbereich und vermeiden Sie, Blätter über Nacht dauerhaft nass zu halten. Bei einigen Pflanzen können feuchte Blätter das Risiko für Pilzkrankheiten erhöhen.
Während der heissesten Mittagsstunden ist das Giessen dagegen weniger effizient, da deutlich mehr Wasser verdunstet. Zeigen Pflanzen jedoch bereits Anzeichen von Trockenstress, sollten Sie nicht bis zum Abend oder nächsten Morgen warten, sondern sie trotzdem bewässern.
2. Prüfen Sie zuerst, ob Wasser benötigt wird
Eine trockene Bodenoberfläche bedeutet nicht automatisch, dass auch der Wurzelbereich ausgetrocknet ist. Prüfen Sie deshalb vor dem Giessen die Bodenfeuchtigkeit einige Zentimeter unter der Oberfläche – beispielsweise mit dem Finger oder einer kleinen Handschaufel. Fühlt sich die Erde dort noch feucht an, kann die Bewässerung häufig noch warten.
Beachten Sie auch, dass Pflanzen an sehr heissen Tagen vorübergehend ihre Blätter hängen lassen können, obwohl im Boden noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Kontrollieren Sie deshalb möglichst den Boden, statt allein nach dem Aussehen der Blätter zu entscheiden.
3. Bewässern Sie gezielt und langsam
Richten Sie das Wasser möglichst direkt auf den Wurzelbereich. Wird die gesamte ichten Sie das Wasser möglichst direkt auf den Wurzelbereich. Wird stattdessen die gesamte Pflanze oder eine grosse Fläche oberflächlich benetzt, erreicht ein Teil des Wassers die Wurzeln nicht oder versorgt Bereiche, in denen es nicht benötigt wird.
Diese Methoden helfen dabei, Regenwasser gezielt einzusetzen:
- mit der Giesskanne direkt am Pflanzenansatz giessen
- Tropf- oder Perlschläuche nahe am Wurzelbereich verlegen
- bei frisch gepflanzten Bäumen und Sträuchern einen Giessrand bilden
- Wasser langsam ausbringen und ausreichend Zeit zum Versickern lassen
- den Rasen nur bewässern, wenn es tatsächlich notwendig ist
Bei vielen eingewachsenen Pflanzen ist es besser, den Wurzelbereich in grösseren Abständen ausreichend zu durchfeuchten, statt täglich nur kleine Wassermengen auszubringen. Dadurch gelangt die Feuchtigkeit tiefer in den Boden und die Pflanzen werden zu einem tieferen Wurzelwachstum angeregt. Wie häufig Sie giessen sollten, hängt jedoch von der Pflanzenart, dem Boden und der Witterung ab. Jungpflanzen, Kübelpflanzen und flach wurzelnde Gemüsearten benötigen häufig kleinere und regelmässigere Wassergaben.
Ein Giessrand lässt sich einfach aus lockerer Erde formen. Er verhindert, dass das Wasser seitlich abfliesst, und unterstützt das langsame Versickern im vorgesehenen Wurzelbereich. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht dauerhaft direkt am Stamm stehen bleibt.
Für einzelne Pflanzen und kleinere Beete eignet sich eine Giesskanne. Ein stabiler Unterstand unter der Regentonne schafft ausreichend Platz, um sie bequem unter dem Auslaufhahn zu befüllen.
Bei grösseren Regenspeichern oder längeren Wegen kann eine geeignete Pumpe die Wasserentnahme über einen Gartenschlauch erleichtern. Entscheidend für einen sparsamen Wasserverbrauch bleibt jedoch, dass das Wasser langsam, gezielt und möglichst bodennah ausgebracht wird.

4. Setzen Sie Prioritäten beim Giessen
Ist der Regenwasservorrat begrenzt, sollten nicht alle Gartenbereiche gleich behandelt werden. Versorgen Sie zuerst Pflanzen, die Trockenheit nur schlecht überstehen oder sich noch nicht selbst aus tieferen Bodenschichten mit Wasser versorgen können.
Besonders wichtig ist die Bewässerung bei:
- frisch gepflanzten Bäumen, Sträuchern und Stauden
- Jungpflanzen und Setzlingen
- Gemüse während der Blüten- und Fruchtbildung
- Pflanzen in Kübeln und Hochbeeten
- sichtbar geschwächten oder besonders trockenheitsempfindlichen Pflanzen
Ein bereits eingewachsener Rasen muss dagegen nicht bei jeder Trockenperiode bewässert werden. Auch wenn er vorübergehend braun wird, kann er sich nach ausreichendem Niederschlag häufig wieder erholen.
5. Schützen Sie den Boden vor dem Austrocknen
Nicht nur die ausgebrachte Wassermenge entscheidet darüber, wie lange Pflanzen versorgt bleiben. Auch die Bodenoberfläche beeinflusst, wie schnell Feuchtigkeit verdunstet.
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub, Stroh, Kompost, kompostierter Rinde oder Holzhäckseln schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und Wind. Dadurch verdunstet weniger Wasser und der Boden trocknet langsamer aus. Gleichzeitig wird das Wachstum von Unkraut gehemmt, das andernfalls mit den Gartenpflanzen um die vorhandene Feuchtigkeit konkurriert.
Bringen Sie organisches Mulchmaterial möglichst auf bereits feuchtem Boden aus. Je nach Material eignet sich eine Schicht von ungefähr fünf bis sieben Zentimetern. Halten Sie rund um Stämme und Pflanzenhälse etwas Abstand und tragen Sie das Material nicht übermässig dick auf. Besonders auf schweren oder schlecht durchlässigen Böden kann eine zu starke Mulchschicht dazu führen, dass der Boden dauerhaft zu nass bleibt.

6. Fangen Sie beim nächsten Regen mehr Wasser auf
Reichen die bisherigen Sparmassnahmen nicht aus und ist Ihre Regentonne während längerer Trockenperioden regelmässig leer, kann es sinnvoll sein, die Speicherkapazität zu erweitern.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- einen zweiten Regenspeicher anschliessen
- mehrere Behälter miteinander verbinden
- einen grösseren Tank verwenden
- zusätzliche Dachflächen wie Gartenhaus oder Carport nutzen
- langfristig ggf. einen unterirdischen Tank einplanen
Mehrere kleinere Behälter lassen sich oft flexibler platzieren als ein einzelner grosser Tank. Besonders bei schmalen Gärten oder begrenztem Platz können Wandtanks und kombinierbare Systeme eine praktische Lösung sein. Passende Ideen finden Sie im Beitrag Regenwasser sammeln trotz wenig Platz.
Damit der vorhandene Speicher bei Niederschlägen zuverlässig gefüllt wird, sollten Sie auch die Wasserzuführung regelmässig kontrollieren:
- Sind Dachrinne und Regensammler frei von Laub und grobem Schmutz?
- Wird das Wasser zuverlässig vom Fallrohr in den Speicher geleitet?
- Sind Filter und Anschlüsse frei und funktionsfähig?
- Kann bei Bedarf ein weiterer Behälter angeschlossen werden?
- Ist ein kontrollierter Überlauf vorhanden?
- Lässt sich eine zusätzliche geeignete Dachfläche einbinden?
Ein kontrollierter Überlauf erhöht zwar nicht die Speichermenge, führt überschüssiges Wasser bei vollem Behälter jedoch sicher ab. Soll bei kräftigen Niederschlägen mehr Regenwasser aufgefangen werden, ist zusätzlicher Speicherplatz erforderlich.
Fazit: Regenwasser gezielt nutzen und Vorrat sinnvoll erweitern
Gerade während längerer Trockenperioden lohnt es sich, den vorhandenen Regenwasservorrat bewusst einzuteilen. Wer nur bei tatsächlichem Bedarf giesst, das Wasser gezielt im Wurzelbereich ausbringt und den Boden vor dem Austrocknen schützt, kann unnötige Wasserverluste deutlich reduzieren.
Ist der Regenspeicher dennoch regelmässig zu früh leer, kann ein grösserer oder zusätzlicher Regenspeicher den Vorrat für kommende Trockenphasen erhöhen. Entscheidend ist eine Lösung, die zu Ihrem Platzangebot, der verfügbaren Dachfläche und dem tatsächlichen Wasserbedarf Ihres Gartens passt.
Entdecken Sie unsere Regenspeicher und das passende Zubehör für die Regenwassernutzung im Garten oder lassen Sie sich von unserem Fachteam persönlich beraten.
Wie erkenne ich, ob mein Garten gegossen werden muss?
Eine trockene Bodenoberfläche bedeutet nicht automatisch, dass Pflanzen Wasser benötigen. Prüfen Sie deshalb die Erde einige Zentimeter unter der Oberfläche mit dem Finger oder einer kleinen Handschaufel. Fühlt sich der Boden dort noch feucht an, kann die Bewässerung meist noch warten. So vermeiden Sie unnötiges Giessen und sparen wertvolles Regenwasser.
Ist Regenwasser besser für Pflanzen als Leitungswasser?
Ja, für die meisten Gartenpflanzen ist Regenwasser besonders gut geeignet. Es ist in der Regel kalkarm und kommt ohne chemische Zusätze aus. Gleichzeitig hilft die Bewässerung mit Regenwasser, wertvolles Trinkwasser zu sparen und die Wasserkosten zu senken. Für viele Pflanzen spielt es zwar keine entscheidende Rolle, ob sie mit Regen- oder Leitungswasser gegossen werden, Regenwasser ist jedoch eine nachhaltige und ressourcenschonende Alternative.
Muss mein Rasen im Sommer zusätzlich bewässert werden?
Ein Rasen muss nicht unbedingt zusätzlich bewässert werden. Ein eingewachsener Rasen übersteht kürzere Trockenperioden oft ohne dauerhafte Schäden. Auch wenn er vorübergehend braun wird, erholt er sich nach ausreichendem Regen in der Regel wieder. Möchten Sie Regenwasser sparen, empfiehlt es sich, zunächst Beete, Jungpflanzen, Gemüse sowie Bäume und Sträucher zu bewässern. Nur bei lang anhaltender Trockenheit, starker Nutzung oder wenn Ihnen ein dauerhaft grüner Rasen besonders wichtig ist, kann eine zusätzliche Bewässerung sinnvoll sein.
Wie gross sollte mein Regenspeicher für die Bewässerung des Gartens sein?
Die passende Grösse Ihres Regenspeichers hängt von Die passende Grösse Ihres Regenspeichers hängt unter anderem von der Dachfläche, dem Wasserbedarf Ihres Gartens und den regionalen Niederschlagsmengen ab. Mit unserem faparain Regenwasserkonfigurator können Sie das optimale Fassungsvermögen Ihres Regenwasserspeichers bequwm und kostenlos berechnen.
Kann Regenwasser in der Regentonne schlecht werden?
Ja, besonders bei hohen Temperaturen und wenn Laub, Pollen oder andere organische Rückstände in den Speicher gelangen, kann das Wasser schlecht werden. Ein geschlossener Regenspeicher, ein Filter und eine regelmässige Reinigung helfen dabei, die Wasserqualität zu erhalten.
Lohnt sich ein unterirdischer Regenwassertank?
Das hängt von Ihrem Grundstück und Ihrem Wasserbedarf ab. Während eine Regentonne für kleinere Gärten oft ausreicht, kann sich bei grösseren Gärten oder einem hohen Wasserverbrauch ein unterirdischer Regenspeicher lohnen. Er bietet mehr Speichervolumen und benötigt keinen Platz oberirdisch, erfordert jedoch eine sorgfältigere Planung und einen grösseren Einbauaufwand.

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